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Zeitungsartikel aus dem Inn Salzach Kurier
AUSGABE 89 • www.innsalzachkurier.de

 

Fein für Magen und Herz


Alpenlachs. Fischzüchter Erich Westenkirchner hatte den richtigen Riecher

                
 
BURGKIRCHEN/BURGHAUSEN.
Mit einem Lachen auf den Lippen zeigt mir Erich Westenkirchner seine Zucht. "Hier schwimmen die Alpenlachse", sagt er. Langsam betrete ich den Beckenrand, weil die Tiere, die relativ gemütlich die Weite des Wassers nutzen, ziemlich schreckhaft sind. Vor fünf Jahren hat der Burgkirchener eine ORF-Reportage über diese Fische gesehen. Von da an war er fasziniert. Seit rund drei Jahren züchtet der 40-Jährige den besonderen Schwimmer in Bayern – bislang als Einziger. In Österreich hat es der Kavalierslachs wie er aufgrund seiner beeindruckenden Farbgebung auch genannt wird sogar in die Apotheken
  Alpenlachs
Weil das Fleisch des Alpenlachses über einen besonders hohen Anteil an wertvollen Omega-3-Fettsäuren verfügt, sind diese Fische die ersten und einzigen, die in Österreich, als kalt geräucherte Filets, auch über den Apotheker-Tisch gehen. In Deutschland sind sie noch kaum bekannt.
 
 
geschafft. Der Grund: sein hoher Anteil an Omega-3-Fettsäuren. Und diese sind unter anderem gut fürs Herz. Das haben Studien herausgefunden. Die kleinen Kerle, die wie ihre anderen schmackhaften Wassernachbarn Forelle, Saibling oder Lachsforelle etwa zwei Jahre bis zur Speisereife brauchen, sind flink wie Wiesel. Ihnen beim Füttern zuzusehen, ist ziemlich spannend. "Alle 20 Minuten wird eine speziell für die Alpenlachse entwickelte Nahrung ins Wasser geworfen. Wir füttern ungefähr die Hälfe von dem was man geben könnte", erklärt Westenkirchner. Ein paar Sekunden nachdem die Körner
 
Alpenlachs
"Alle 20 Minuten wird eine speziell für die Alpenlachse entwickelte Nahrung ins Wasser geworfen", erklärt Erich Westenkirchner.
  Alpenlachs
Der Alpenseelachs braucht etwa zwei Jahre bis er zum Verzehr geeignet ist. Dabei erreichen sie ein Gewicht von 500 bis 800 Gramm.
 
ins Becken gefallen sind, schrauben sich die Tierchen aus dem Wasser nach oben und holen sich ihr Festmahl. Kein Tierfreund braucht Angst zu haben, dass die topfitten Landkreis- bewohner an Hunger leiden. "Nein", grinst ihr Herrchen, "Das Wasser ist mit 5 bis 6 Grad im Winter und maximal 12 Grad im Sommer doch sehr kalt. Wenn sie weniger zu sich nehmen, tun sie sich mit dem Verdauen leichter. Das Fleisch wird fester, hat einen hervorragenden Geschmack." Die Tiere sollen langsam wachsen und nicht im ICE-Tempo gemästet werden.
Ein Österreicher als Ideengeber
Zudem haben sie viel Platz in den Becken, da der Besatz etwa die Hälfte von dem ausmacht, was gesetzlich erlaubt ist. "Sie haben mehr
 
Bewegung und Freiheit. Das gilt für meine anderen Fische auch", erklärt der Züchter. Der Alpenlachs ist in Österreich zur Marke geworden. Peter Brauchl hat die Tiere in den 80er-Jahren aus dem Eismeer eingeführt. So recht mochte der Fisch am Anfang nicht wie in seiner Heimat werden. Dabei ging es vor allem um den hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren. Der Entdecker tüftelte am optimalen Futter, ließ es sich nach Jahrzehnten patentieren. "Das Rezept verrät er nicht. Sehr wichtig ist, dass am Ende des Züchtens kalt gepresste heimische Öle zum Futter dazugegeben werden. Damit kommt man der wilden Nahrung der Eismeerfische sehr nahe", so Westenkirchner. Die Öle
 
schaffen das optimale Verhältnis zwischen Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren. Viel Bewegung wandelt das Futter in die begehrte Fettsubstanz um. Strenge Kontrolle für höchste Qualität. Die Elterntiere werden mittlerweile nach einem ausgeklügelten System in Österreich gezüchtet und dann auf die Partner im System verteilt. "Wir arbeiten mit strengen Auflagen", sagt der gelernte  Holzbautechniker. So werden regelmäßig Fettanalysen gezogen. Staatliche Stellen und die Firma "Alpenlachs®" selbst kümmern sich darum. Das Wasser muss spezieller Qualität sein."Wir haben sogar ein eigenes Fischklo, das die Fäkalien beseitigt",
 
erläutert Westenkirchner. Zirka zwei Jahre lang brauchen die Fische um die nötige schwere von 500 bis 800 Gramm zu erreichen. Während dieser Zeit fallen etwa 5 bis 10 Prozent des Besatzes anderen Tieren zum Opfer, deren Leibspeise die Wasserbewohner sind. In Raitenhaslach sind Erich und seiner Frau Claudia schon einmal sehr viele Tiere professionellen Dieben zum Opfer gefallen. Um zu viel Ausfall zu vermeiden, hält er sich in Burgkirchen einen Wachhund. In Raitenhaslach jagen die "Wachgänse" Wolfi und Berta potenziellen Dieben Angst und Schrecken ein. Doch auch sie konnten einen Otterneinfall nicht verhindern, der 400 Kilogramm Fisch gekostet hat. (u.k.)